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Historische Kirche

Die katholische Kirche (heute die ev. Kirche) wurde 1792 als Kapelle gebaut, und im Jahre 1924 um ? verlängert.
Es handelt sich um ein Langrechteckiger Raum mit flacher Decke auf steiler Kehle. Sie besitzt eine Empore an der Eingangsschmalseite auf Holzstützen. Die Außenseiten (Längsseiten sind durch rundbögige Fenster gegliedert. Die Kürchentür ist mit profilierter, im Sturz geschweifter Umrandung ausgeführt und wirt flankiert von zwei Pilastern mit Gebälk, die einen jetzt verschwundenen Dreieckgibel trugen.

Neben dem Atltar befanden sich drei Figuren:

Muttergottes:
Höhe:155cm, Material: Holz, auf Mondsichel stehend, Das Kind sitzt aufrecht auf dem Arm.
Johannes der Täufer:
Höhe:135cm, Material: Holz, In Fell gehüllt, deutet er auf ein Buch, das er frontal vor sich hält.
Johannes der Evangelist:
Höhe:130cm, Material: Holz, rechte Hand segnend erhoben, in der Linken der Giftkelch.

Die drei Figuren stammen von ca. 1500 und wurden im Jahre 1939 modern gefasst und wiederhergestellt.
In der östlichen Fensternische stand eine ca. 110cm hohe Mariafigur aus Terrakotta. Ebenfalls an dieser Wand stand auf einer Konsole die Figur des hl. Leonhard. Sie war ca. 130cm hoch und aus Holz. Er wurde schreitend in Ordenstracht und mit einem Abtsstab dargestellt.
An der selben Wand stand ebenfalls auf einer Konsole eine Muttergottesfigur aus Holz, ca. 95cm hoch. Maria ist stehend in vielgefälteltem, bewegtem Gewand mit Christuskind auf dem Arm dargestellt. Das Kind hält eine Weltkugel in der Hand. Die Figur stammt aus dem 18. Jahrhundert.

 

Aus der Festschrift
'PFARRGEMEINDE St. PETER und ALEXANDER , 1960 - 2010 - DORNDIEL'
Wie aber kam es zur neuen Kirche?
Wir übernehmen unsere Informationen aus unserer Kirchzeitung „Glaube und Leben' Nr. 15 vom 10.04.1960.
Das Ereignis von Dorndiel – Jugend baut neue Kirche – Ihre Gabe zum
Jubiläum des Bischofs.
H.K. Dorndiel, Ende März
Hand aufs Herz: Wussten sie, dass es im Odenwald ein Dorf mit Namen Dorndiel gibt? Inzwischen ist die 280 – heute etwa 520 – zählende Gemeinde in der ganzen Diözese und über ihre Grenzen hinaus bekannt geworden.

Und das kam so:
1958 war Firmung in Dorndiel. Damals erwies sich die Kapelle des Ortes als zu klein und durch Schwammbildung bedroht. Bischof Albert Stohr empfahl einen Neubau. Doch die Gemeinde fürchtete, ein solches Werk nicht verkraften zu können.
Da bittet der Bischof die Jugend der Diözese, beim Bau mitzuhelfen. Die Jugend nimmt den Wunsch ihres Bischofs begeistert auf. Die Kollekte am Bekenntnissonntag 1959 legt mit DM 15.000 den Grundstock. Und die Jugend steht nicht nach: sie sammelt in einem Jahr DM 13.000,-. Die Diözese gibt einen Zuschuss. Den fehlenden Rest erarbeitet die Jugend selbst durch einen Baueinsatz nach Art des Bauordens.
Am 6. Juli 1959 rückt die erste Gruppe im Baulager ein: es sind 20 belgische CAJ- ler, die mit der Christlichen Arbeiterjugend unseres Bistums beim Welttreffen in Rom in Verbindung getreten waren. In kurzer Zeit schon konnte das Fundament vollendet werden. CAJ- ler aus Mainz, Gießen, Bürstadt und Hechtsheim führen das Werk weiter. Polier Ehmich aus Mainz-Weisenau, der die Arbeiten leitet, ist mit seinen 'Männern vom Bau' sehr zufrieden.
Am 2. August kann Dekan Geoerg aus Dieburg den Grundstein legen. Die ganze Gemeinde nimmt bewegten Herzens Anteil an der Feierlichkeit. Diözesanjugendseelsorger Hermann Mayer wünscht in seiner Ansprache, dass dem äußeren Aufbau in Dorndiel auch ein inneres Wachstum der Gemeinde folge und dass das begonnene Werk bald vollendet werde. Sein Wunsch sollte sich bald erfüllen. Schon am 13. September ist Richtfest am Kirchenneubau in Dorndiel. Das Werk nahm Gestalt an. Die gute Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Jugend und des Architekten garantierten den Erfolg. Unzählige Arbeitsstunden hängen die Dorndieler an den Kirchbau. Alle Fuhrleistungen übernahmen sie. Das Holz stellten sie ebenfalls und einer ihrer Bürger stiftete sogar das Grundstück, auf dem die Kirche erwuchs. Kirchenstiftungsrat Peter Ostheimer besorgte neben der Bestellung seines Hofes die gesamte Organisation an Ort und Stelle. Die Familien des Dorfes gaben die Lebensmittel, so dass die Vertreterinnen der weiblichen Jugend der Diözese , die alle Koch- und Hausarbeiten übernahmen, nie ohne Arbeit waren. Beim zweiten Bauabschnitt half vor allem die Diözesangemeinschaft der Kolpingfamilie mit. Altar und Tabernakel, letzterer von der Kolpingsfamilie Offenbach, sind von ihr gestiftet.

Freudigen Herzens erwarteten dann alle am Bau der Kirche Beteiligten die Krönung des Werkes; die Kirchweihe. Als die Strahlenfülle der Frühlingssonne am letzten Märzsonntag, 27.03.1960, das stille Tal im Odenwald in ihr gleißendes Licht hüllte, dass die ersten zarten Frühlingsboten ihre Blüten entfalten ließ, hatte Dorndiel Festschmuck angelegt. Frisches Grün an allen Häusern, Fahnen in allen Straßen, über die festlich gekleidete Menschen zum Gotteshaus strömten, das sich am Hang südlich des Dorfes nun erhebt, vom schmucken Glockenturm überragt.
Der Tag war gekommen, an dem die Kirche zu Ehren des Hl. Apostels Petrus und des Märtyrers Alexander geweiht wurde. 'Wie freue ich mich, da man mir sagte, wir ziehen zum Hause des Herrn, unsere Füße dürfen stehen in deinen Hallen, Jerusalem.' Unter diesem Leitwort stellte Bischof Dr. Albert Stohr seine Ansprache, die er beim ersten Gottesdienst in der neuen Kirche, den Dekan Geoerg unter Assistenz von Diözesanjugendseelsorger Mayer und Kaplan Solms zelebrierte, an die große Schar der Gläubigen richtet, die zur Kirchweih in Dorndiel weilten. Dank und Lob zollte der Oberhirte allen am Aufbau Beteiligten. Aus dem neuen Gotteshaus solle ein echt katholisches Bewusstsein hervorwachsen und an die kleine Gemeinde gewandt, sagte der Bischof: 'Ihr könnt in eurem trauten Dörflein ein Samenbeet für apostolische Berufe sein. Ich bitte euch herzlich, dessen eingedenk zu sein.' Diese Worte sollten nicht nur in Dorndiel immer in lebendiger Erinnerung bleiben ...
Nach dem festlichen Gottesdienst riss die Schar der Besucher nicht mehr ab, die kamen, das neue Gotteshaus zu sehen. Es ist auf rechteckigem Grundriss gebaut, trägt eine Holzbrettdecke, über der sich ein Satteldach erhebt. Architekt Schmitz: 'Schon die Planung musste berücksichtigen, dass die Kirche ja nicht von Fachleuten erbaut werden sollte.' Umso erfreulicher das Bild, das sich nach ihrer Vollendung bietet. Die Lichtführung gibt dem Innenraum die Gliederung. Nur die Südseite ist von schmalen, rechteckigen Fenstern unmittelbar unter der Decke durchbrochen. Von Norden fällt das Licht allein durch eine große Glassteinwand seitlich des Opfertisches in der Kirche, dem Altarraum eine lichterfüllte Geschlossenheit gebend. Ein Glockenturm erhebt sich an der Südseite der Kirche. Zwischen seinen beiden freistehenden Wänden schiebt sich das Kirchendach vor, um die Sakristei zu beherbergen: Ein organisches Ganzes, ein Kunstwerk aus einfachen Mitteln, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Natürlich waren auch die gekommen, die die Kirche erbauten, um das Werk nach seiner Vollendung als geweihtes Haus Gottes zu erleben. An diesem festlichen Tag waren sie ebenfalls Ehrengäste, und wo sonst der 'Aufenthaltsraum' war, wo die Mädchen aus Mainz, Urberach, Mombach oder Budenheim für ihre 'Bauarbeiter' gekocht, geflickt, gewaschen haben, da war diesmal eine große Tafel gedeckt. Und für alle war es das erste Mal, dass sie gemeinsam mit dem Vater der Diözese, mit ihrem Bischof, zu Tisch saßen. Neugierig, wie die Journalisten nun einmal sind, interessierten wir uns auch für den Speisezettel beim Baueinsatz und konnten uns überzeugend berichten lassen, dass alles bestens mundete. Und der Tagesplan? Natürlich nicht für unausgeschlafene Zeitgenossen: 5.45 Aufstehen. 7.oo Uhr Kaffee, 9.30 Uhr Frühstück, 12.oo Uhr Mittagessen, 17.oo Uhr Kaffee, 19.30 Uhr Abendessen. Dass man frühmorgens die Hl. Messe besuchte und am Tisch des Herrn um die Kraft für den Einsatz wissend, kniete, war ihnen eine Selbstverständlichkeit.